Was ist Curvolution?

Vielen Dank, dass ihr auf diese Seite gefunden habt. falls ihr mich noch nicht kennt, stelle ich mich erst einmal vor: Ich bin Bettina, werde diesen Sommer 30 und werde durchaus auf 23 Jahre und jünger geschätzt. Ich blogge seit vielen, vielen Jahren und habe 2009 mit Youtube und Beautybloggen angefangen. Dann hatte ich eine zeitlang eine Pause von 2011 bis 2015 und kehrte dann nach und nach mit aufgerouget zurück.

Heute bin ich verheiratet, lebe in Oldenburg, bin aber fast so gut wie immer woanders. Das könnt ihr gut auf Instagram @bettinaviolabarth mitverfolgen. Dieser Blog ist eine neue Etappe in meinem Leben und thematisiert neben Nachhaltigkeit und meinen Reisen eben auch das Thema Plussize und Bodypositivity. Warum ich erst so spät zu diesem Thema kam, versuche ich euch mal ausführlich zu erklären.

Wen das nicht interessiert, kann zu dem Punkt “Warum Curvolution?” runterscrollen.

Ich war irgendwie immer Plussize, aber …

Stellen wir einmal fest: Ich blogge seit 2003, aber das Thema Plussize war mir die längste Zeit fremd. Es ist irgendwie seltsam, denn ich war immer moppelig. Ich war sogar als Baby so ein Moppelkind und dann auch in der Klasse meist die größte und immer am Rand zum Übergewicht, irgendwann dann auch übergewichtig. Junkfood in der Jugend eben.

2006 hatte ich meine erste Beziehung und hatte dann in Folge darauf eine Anorexie mit kleinen Unterbrechungen, weil mein erste Freund irgendwie eine dünne Freundin wollte, aber sich versuchte jedes Wochenende seine Liebe mit Süßem zu erkaufen. Ich hatte mein Puddingbuch, das Buch, wo ich damals analog akribisch genau meine Kalorien zählte, auf den Gramm genau wog ich alles ab, in der Woche nicht mehr als 1000 Kalorien, am Wochenende nicht mehr als 1200 kcal.

Irgendwann fand dieses Kapitel mit neuer Stadt und Studium ein Ende und ich wurde Teil einer kreativen Welt, dort war es mit den Kleidergrößén ein Hin und Her, mal war ich echt schlank und aß kaum, einfach stressbedingt, dann war das Theaterprojekt vorbei und ich setzte wieder mehr an.

Ich kannte das Thema Plussize, aber …

Blogs wie Kurvenrausch oder Infatstyle verfolge ich bereits seit ihren Anfängen, aber ehrlich gesagt wusste ich nie so richtig mit meinen damals 22 oder 21 Jahren, ob ich dazugehöre. Wer mal auf lookbook nach aufgerouget sucht, wird verstehen, was ich meine. Der Stil von mir war damals echt schon ziemlich schräg. Ich war mit Anfang 20 irgendwo zwischen Theaterfundus und Vintage Chic gefangen und dann war es eben alles andere als schick, eher unbeholfen und verbesserungsfähig.

Aus heutiger Sicht habe ich einfach nicht viel nachgedacht, was an Mode Sinn ergibt, sondern einfach gekauft oder auf gewissen Plattformen getauscht, was mir gefiel. Damals war ich eben in so einer Phase meines Lebens, da konnte ich erstmals mit selbst verdienten Geld frei konsumieren, was ich wollte und irgendwie brauchte ich diese Phase, um festzustellen, dass Minimalismus und ein Kleiderschrankkonzept da doch die bessere Wahl ist.

Mein Körper und ich, keine Hassliebe?

Habe ich je meinen Körper gehasst? Ich würde sagen: Jein. Wenn ich die Tagebucheinträge meiner Jugend lese, ist das schon harter Toback, denn ich beschreibe teils, wie wütend ich bin, dass dieser dumme Körper nicht weiter abnehmen will obwohl ich nur 800 Kalorien am Tag zu mir nehme. Später dann waren es so Phasen mit Sport und Phasen, wo ich faul war, so ist das eigentlich bis heute. Dann am Theater habe ich meinen Körper echt runtergerockt, aber nicht aus Selbsthass, sondern einfach aus fehlender Zeit für mich selbst. Meine Freizeit war einige Jahre einfach nur Schlafen, denn neben Studium, mehreren Nebenjobs und Theater hatte ich eben keine Zeit zum Bloggen, für Social Media oder überhaupt, um mal Luft zu holen.

Aus diesem Erfahrungspool schöpfe ich also nun und eben auch aus all den vielen Dutzend Geschichten, deren Wege sich mit meinem in der langen und intensiven Zeit seit meiner Kindheit kreuzten.

Warum Curvolution?

Ich habe mich bewusst bei diesem Blog für einen Namen entschieden, den man international verstehen kann. Bei aufgerouget hatte ich da echt Probleme, da meine Beauty Reviews auch von vielen Menschen auf Russland und den USA gelesen wurden.

Meine Mutti und ich haben dieses Mal gebrainstormt via Whatsapp. Auf einer Rückreise von Berlin hatte ich eben viel Zeit. Curvolution, das ist etwas, in dem ich mich wiederfand. Einerseits ist es meine Curvy evolution, denn es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich eben zu meinem heutigen curvy confidence Ich fand. Auf der anderen Seite sehe ich auch in dem heutigen Zeitgeist eine curvy revolution, die die Vielfalt der Körper feiert. Und eine revolution ist auch irgendwie rebellisch und anders. Mein Stil ist anders, ich bin das Girl mit den lila Haaren und ich bin ehrlich, manchmal brutal ehrlich. Also. Leute da draußen, ob dünn, dick, klein, groß, männlich, weiblich oder vielleicht auch etwas ganz anderes:

Let’s start a curvolution.

Everybody is unique, so who wants perfection?

Bettina Barth