Liebling, ich habe Asos durchgespielt!

 

Dieser Blogpost gehört zu der Kategorie: Ja, ja, Bettina, du hast vielleicht mal wieder First world problems ... Aber mich haben mehrere Menschen gebeten, dass dieser Blog, der ja nicht mehr lange den Namen aufgerouget tragen wird, auch mehr meine Sicht auf Fashion zeigt. Eben nicht nur Kauftipps, sondern das, was hinter der Mode steckt und unserer langjährigen und manchmal sehr ambivalenten Beziehung.


Erinnere ich mich an meine Jugend zurück, dann war es immer ein Kramp und ein Kampf, Klamotten zu kaufen. Entweder fand man Sachen in günstigen Läden in großen Größen und sie sahen nach Oma aus oder waren kratzig oder unbequem oder ich gab irgendwann dem Druck nach und führte eine ziemlich hasserfüllte Beziehung zu meinem Körper, indem ich hungerte, um eben eine Größe zu tragen, die man ohne Probleme in jedem Laden fand.


Dahingehend bin ich glücklich, dass diejenigen unter euch, die jugendlich sind, auch so herumlaufen zu können, wie sie es möchten. Immer mehr Modemarken launchen ihre Plussizelinien oder gleich ganze marken, immer mehr wird dieses Thema auch zu einem Thema im Mainstream und ihr findet auffällige oder süße oder verspielte oder sportliche oder rockige oder minimaoistische Mode. Eben alles, was ihr möchtet ohne gleich selbst nähen lernen zu müssen.


Aber ich habe dennoch das Gefühl, dass man es sich einfach macht, wenn man dann doch nur bei Asos oder Zalando bleibt. ja, beide Shops haben eine sehr bequeme Art und Weise, Kleidung zu shoppen. Ich habe Sonntagabend bestellt und gestern war die Bestellung da, die Hose passt leider nicht, aber ich behalte eine Bluse, da meine alte kaputt gegangen ist und meine Mutter hat auch eine gefunden, der Rest geht zurück. Das geht schnell, einfach und bequem im Vergleich zu anderen Shops, wo man wochenlang wartet, die Kleidung stark chemisch riecht oder gar in einem kaputten Zustand zu einem kommt .... Aktuell warte ich auf einen Teil einer Bestellung, die ich am 13. Februar gemacht habe. Die Bestellung wurde erst nach einer Woche versendet und durch eben deutlich schnellere Stores ist man dann fast schnell dazu geneigt, zu meckern. Aber ich möchte nicht meckern, eher im Gegenteil.


Die schnelle Lieferung und die langen Retourzeiten haben ja nicht nur ihre guten Seiten. Ich hatte auch einen Body bestellt, der ein wenig so aussah, als hätte man einen Porno mit ihm gedreht und dann zurück geschickt. Der geht auf jeden Fall zurück, auch, wenn er schön weich war und gepasst hätte. Aber es ist wirklich nicht unüblich, dass Menschen Asos oder Zalando nutzen, um ein Kleid zu tagen und dann zurück zu schicken. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht nur Privatpersonen Blogger diese Chance nutzen, um Kleidung zu shooten oder sie einmalig zu tragen und dann zurückschicken. Auch zahlreiche Fernweh- und Filmproduktionen arbeiten so.


Asos und Zalando oder andere Shoppingplattformen sind schön und gut, aber ich habe momentan das Gefühl, ich habe Asos durchgespielt. Mein Kleiderschrank, das werde ich auch noch mal extra als Blogpost verfassen, ist wie ein Baukasten mit verschiedenen Elementen und für mich bietet Asos nur noch wenige Möglichkeiten, mein Arsenal an Kleidung zu erweitern mit Schnitten und Stoffen, die mehr als ein Trend sind. Trends sind etwas schönes, aber ich möchte meine Garderobe davon nicht abhängig machen, sondern möchte Beständigkeit in meinem Kleiderschrank. Ich liebe es, Rot zu tragen oder Lila mit Weiß oder Schwarz zu kombinieren. Egal, ob das in einem Jahr noch Trend ist oder eben nicht. Mit großen Onlinehändlern gibt es tolle Möglichkeiten für Menschen aller Form - egal, ob Groß, kleinen, dünn, dick - endlich Kleidung zu finden, die wirklich gut sitzt. Aber man sollte auch mal über den Tellerrand schauen, grauenhafte Erfahrung mit der Qualität machen oder eben mal länger als einen Tag auf den Trenchcoat seiner Träume warten.